Rückblick Erlebnistag am Hinstorischen Rundwanderweg

Eine positive Bilanz zog am Sonntagabend Stephan Günthner, neben Franz Haag Initiator des heimatgeschichtlichen Rundwanderwegs Sprollenhaus, zum ersten Erlebnistag entlang der rund siebeneinhalb Kilometer langen kulturhistorischen Attraktion im Bad Wildbader Teilort. Zwischen 1000 und 1500 Interessierte, darunter ebenso Einheimische wie Gäste und viele Kinder, waren nach seiner Einschätzung bei idealem Wanderwetter zumeist in kleinen Gruppen unterwegs. „Die Abwechslung zwischen Live-Erlebnis, Wissenswertem und Verköstigung mit Schwerpunkt auf regionalen Spezialitäten kam bei allen gut an, und einmal mehr hat sich die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bewährt“, lautete sein Resümee.

Anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals und des ersten runden Jubiläums von Rundweg und Dorfplatz mit Backhaus der Dorfgemeinschaft Sprollenhaus 2008 e. V., war dieser Tag gut gewählt. Auch deren Vorsitzender Rainer Weiss zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Resonanz, zumal er von Gästen schon auf eine mögliche Wiederholung der für sie gelungenen Veranstaltung angesprochen wurde. „Für mich ist das eine Bestätigung, dass ehrenamtliches Engagement durchaus gewürdigt wird“, so Weiss, der auch eine kleine Gästebegrüßung beim Backhaus zur offiziellen Eröffnung des Erlebnistages machte. Dabei ging er nochmals kurz auf die drei Meilensteine Eröffnung Rundwanderweg 2006, Einweihung Backhaus 2007 und Vereinsgründung 2008 und das damit verbundene ehrenamtliche Engagement des Vereins, auch hinsichtlich Instandhaltung, Pflege und Nutzung dieser Einrichtungen, ein. Seither findet alle zwei Jahre am letzten Sonntag der Sommerferien ein Dorfplatzfest im Wechsel mit einem Gemeindefest statt. Ein eigens erstellter Flyer der heute rund 150 Mitglieder zählenden Dorfgemeinschaft gab Orientierung zu den 15 Stationen von (örtlichen) Vereinen, Forstwirtschaft und privaten Initiativen, die an diesem Tag angelaufen oder mit dem Shuttlebus der Freiwilligen Feuerwehr Sprollenhaus angefahren werden konnten und mit allerlei Aktionen und Kulinarischem aufwarteten. Auch Stempel konnten an den Standorten gesammelt werden, um am Ende an einer Preisverlosung teilnehmen zu können. Vor allem für Familien mit Kindern gab es ein breites Angebot an Wissenswertem, Unterhaltung und Spielaktionen. So etwa bei der Eichenkreuz Indiaca-Gruppe Sprollenhaus, die unter der Leitung von Thorsten Keller beim alten Schulhaus verschiedene Outdoor-Spielgeräte aufgebaut hatten, darunter Torwandschießen, Teppichcurling, Sackloch, Pedalo und Indiaca. Die Falknerei Garuda aus Weil im Schönbuch faszinierte die Besucher mit spektakulären Flugshows ihrer Greifvögel, darunter Henry, ein mittelamerikanischer Wüstenbussard und Tweety, ein mitteleuropäischer Uhu. Beim Faustapell des routinierten Henry durch Berufsfalknerin Jasmin Pichler mussten die Zuschauer schon mal ihre Köpfe einziehen, durften aber auch – mit Falknerhandschuh ausgestattet – die Vögel auf der eigenen Faust hautnah erleben, wie etwa Anette Setzler-Bändel aus Gernsbach. Daneben gab es – angeleitet von Praktikant Jonas Schmiderer – noch einige Mitmachstationen rund um die Greifvögel und deren Flugtraining. Einige hundert Meter weiter machte sich Andreas Drost mit der Kettensäge an einem Baumstamm zu schaffen. Der Forstwirt aus Birkenfeld verarbeitete diesen aber nicht etwa zu Brennholz, sondern formte mit Augenmaß und ratterndem Motor einen Greifvogel, was von zahlreichen Zuschauern aus sicherer Entfernung vor umherfliegenden Holzspänen verfolgt wurde. In einer daneben stehenden Baumkrone ging derweil Hartmut Gauß ans Werk – ebenfalls mit Kettensäge und Gurten ausgestattet. Der gebürtige Sprollenhäuser ist ein gefragter Spezialist für schwierige Baumfällarbeiten und zeigte seine fast schon artistischen Kletterkünste in weit verzweigtem Geäst. Etwas beschaulicher ging es im Streichelzoo beim Aitergrund zu, wo neben Schweinen, Esel und Ziege auch präparierte Wildtiere der Kreisjägervereinigung Calw bestaunt werden konnten. Beim Sportplatz zeigte Forstwirt Ronny Fleischer vom Bergwindhof Aichelberg, wie man mit einem PS, in diesem Fall mit dem polnischen Kaltblut-Wallach „Babel“, professionell Holz aus dem Wald rückt. Fleischer hat in dieser Disziplin erst kürzlich die baden-württembergische Vizemeisterschaft im Einspänner errungen. Auch die Hüpfburg und das Wikingerschach vom Freizeitheim Sprollenhaus fanden hier regen Zuspruch. Private Initiativen aus der Sprollenhäuser Bürgerschaft rundeten das abwechslungsreiche Angebot mit Bastelaktionen für Kinder, allerlei dekorativem Kunsthandwerk sowie Eigenkreationen aus Küche und Keller, ab.

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